Burnout

Burnout ist ein Zustand der totalen Erschöpfung und ist international nicht als Krankheit anerkannt, sondern gilt als ein Problem der Lebensbewältigung.

Burnout kann als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden, die mit idealistischer Begeisterung und Überengagement beginnt und über frustrierende Erlebnisse und unerwartete Enttäuschungen zu Desillusionierung, psychosomatischen Beschwerden, depressiven Verstimmungen, einer erhöhten Reizbarkeit und Suchtgefährdung führen kann.

 

Frühe Warnzeichen wie ständiger Zeitmangel, Konzentrationsschwierigkeiten, gedankliche Rastlosigkeit, kleinere Unfälle und vermehrte Infekte werde übersehen oder bagatellisiert.

Konkret fühlen sich die Betroffenen schwach, kraftlos und innerlich leer. Sie leiden unter Antriebsschwäche und sind leicht reizbar (emotionale Erschöpfung). Als Reaktion auf die Überlastung stellen die Betroffenen eine Distanz zwischen sich selbst und ihren Klienten her (Depersonalisierung). Das äußert sich in einer zunehmenden Gleichgültigkeit und teilweise zynischen Einstellung gegenüber diesen Personen. Die Arbeit wird zur reinen unpersönlichen Routine. Die Betroffenen haben häufig das Gefühl, dass sie trotz Überlastung nicht viel erreichen oder bewirken. Darunter leidet der Glaube am Sinn der eigenen Tätigkeit (Gefühl des Misserfolgs).

 

Burnout gefährdete Personen zeigen meist eine Neigung zum Perfektionismus und zum Bestreben, unrealistischen Standards gerecht werden zu wollen. Beispiele für solche selbst auferlegten Instruktionen sind: „sei perfekt!“, „streng dich an!“, „sei stark!“, „mach es den anderen recht!“ oder „beeil dich!“

 

Freudenberger & North unterscheiden 12 Phasen im Verlauf des Burnout-Syndroms:

  1. Drang, sich selbst und anderen Personen etwas beweisen zu wollen
  2. extremes Leistungsstreben, um besonders hohe Erwartungen erfüllen zu können
  3. Überarbeitung mit Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte
  4. Überspielen oder Übergehen innerer Probleme und Konflikte
  5. Zweifel am eigenen Wertesystem sowie an ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden
  6. Verleugnung entstehender Probleme, Absinken der Toleranz und Geringschätzung anderer Personen
  7. Rückzug und dabei Meidung sozialer Kontakte bis auf ein Minimum
  8. offensichtliche Verhaltensänderungen, fortschreitendes Gefühl der Wertlosigkeit, zunehmende Ängstlichkeit
  9. Depersonalisierung durch Kontaktverlust zu sich selbst und zu anderen Personen; das Leben verläuft zunehmend funktional und mechanistisch
  10. innere Leere und verzweifelte Versuche, diese Gefühle durch Überreaktionen zu überspielen wie beispielsweise durch Sexualität, Essgewohnheiten, Alkohol und Drogen
  11. Depression mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit
  12. erste Gedanken an einen Suizid als Ausweg aus dieser Situation; akute Gefahr eines mentalen und physischen Zusammenbruchs.

 

In der Behandlung werden die individuellen Bedingungen zur Entstehung und Aufrechterhaltung des Burnouts reflektiert. Sie lernen Maßnahmen zur Stärkung der Selbstregulation und des Selbstmanagements, mit denen sie die Belastungen des Alltages besser bewältigen können und die ihre innere Balance und Freude am Leben wieder stärken.

 

 

 

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Mag. Alice Grundböck

Klinische Psychologin Gesundheitspsychologin

zertifizierte klinisch-psychologische Traumabehandlerin (ZAP Wien) und EMDR-Behandlerin, DBT-Skills-Trainerin

Ayurvedapraktikerin

+43 (0)664/53 90 140

grundboeck@muktidham.at